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Naturschutz und Landschaftspflege

Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege sind in allen Stufen der Straßenplanung entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und unter Anwendung der geltenden fachlichen Grundlagen zu berücksichtigen.

Sowohl die Untersuchung der Auswirkungen des Vorhabens auf Natur und Landschaft als auch die Planung der zur Vermeidung/Minimierung, zum Schutz bzw. zur Kompensation von Eingriffen erforderlichen Maßnahmen bei einem Straßenbauvorhaben nehmen im Planungsprozess an Detailliertheit zu.

In jeder Planungsphase werden aufeinander aufbauende umweltfachliche Beiträge erstellt:

Planungsphasen Straßenbau

Übersicht Planungsphasen Straßenbau

(© SMWA)

Kompensations-, Gestaltungs- und Vermeidungsmaßnahmen

Vermeidung von Zerschneidungswirkungen von Straßenbauvorhaben durch Anlage von Kleintierleiteinrichtungen und Ersatzleichgewässern

 

Staatsstraße S 303, Verlegung Werda bis Neudorf

 

Der Verlauf der Staatsstraße S 303 zwischen Werda und Neudorf durch das Waldgebiet südlich der Vorsperre Geigenbach trennt die südlich der Straße gelegenen Winterlebensräume von Molch- und Erdkrötenpopulationen von der als Laichgewässer genutzten Talsperre. Dabei werden auf einer Länge von ca. 800 m die Wanderbeziehungen, welche sich größtenteils entlang von wasserführenden Gräben orientieren, durchschnitten. Die Entfernung der Straße zum Laichgewässer beträgt ca. 1 km.

 

Die gewählten Amphibienschutzmaßnahmen setzen sich aus zwei wesentlichen Bestandteilen zusammen: zum einen soll mit Kleintierleiteinrichtungen verhindert werden, dass die zur Talsperre wandernden Tiere auf der Straße überfahren werden.

Entlang der Neubaustraße geführte Leiteinrichtungen mit Amphibienstopprinnen in einer Wirtschaftswegeüberfahrt

Leiteinrichtungen mit Amphibienstopprinnen an einer Wirtschaftswegeüberfahrt
(© LASuV)

Zum Anderen wurden aufgrund der großen Durchschneidungslänge des Wanderkorridors und der Entfernung zum Laichgewässer neue Laichgewässer auf der Winterquartierseite der Amphibien geschaffen, um das Gefahrenpotential der Straßenquerung zu reduzieren. Es handelt sich dabei um 4 Kleinstgewässer mit 5 bis 20 m², ein Kleingewässer von 80 bis 100 m² sowie ein Teich von ca. 800 m² Wasserfläche. Diese Ausweichquartiere dienen der Stabilisierung der Molch- und Krötenpopulation in den Waldgebieten.


Kleingewässer im Waldrandbereich

Kleingewässer im Waldrandbereich
(© LASuV)

Renaturierung eines Bachlaufes

Staatsstraße S 156, Ortsumgehung Bertelsdorf

Im Rahmen der Ersatzmaßnahme für das Straßenbauvorhaben S 156 Ortsumgehung Berthelsdorf wurde der Himmlergraben zwischen Bertelsdorf und Niederoderwitz westlich des Hohwaldes renaturiert. Auf einer Grabenstrecke von knapp zwei Kilometern erfolgte die Beseitigung von Rasengittersteinen aus der Uferböschung und die Auslichtung von Erlenbeständen, Brombeeren, Nadelgehölzen und Ruderalaufwuchs. Auf 150 m Länge wurde der bisher verrohrte Graben offengelegt. Durch eine entsprechende Profilgestaltung entstand ein leicht mäandrierendes Gewässer mit unterschiedlichem Fließquerschnitt und wechselnder Fließgeschwindigkeit.

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