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Aktuelles zur Verkehrssicherheitsarbeit

Sächsischer Verkehrssicherheitstag

17. Sächsischer Verkehrssicherheitstag am 23. August 2015

Der Sächsische Verkehrssicherheitstag auf dem Sachsenring kann schon auf eine lange Tradition zurückblicken. Dank des Engagements aller an der Vorbereitung Beteiligter, insbesondere der Mitglieder des Lenkungsausschusses in Sachsen und des Landkreises Zwickau, erwartet die Besucher auch dieses Jahr wieder ein abwechslungsreiches, interessantes und spannendes Programm.

"10 x 10" - Programm zur Beseitigung von Unfallhäufungsstellen in den Landkreisen des Freistaates Sachsen

Die ständige Erhöhung der Verkehrssicherheit im Straßenverkehr ist ein festes Anliegen des SMWA. Dafür wurden in den letzten Jahren verstärkt Initiativen und Projekte auf den Weg gebracht bzw. unterstützt, die zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen. Auch in den kommenden Jahren soll dieser Weg fortgeführt werden, um den Straßenraum noch sicherer zu gestalten.

Zur Umsetzung dieses Zieles hat das SMWA ein neues Programm mit dem Titel „10x10" Beseitigung von Unfallhäufungsstellen/Unfallhäufungslinien in den Landkreisen des Freistaates Sachsen“ aufgestellt. Dafür wurden für jeden Landkreis im Freistaat eine Tabelle der 10 auffälligsten Unfallhäufungsstellen (UHS) bzw. Unfallhäufungslinien (UHL) zusammengestellt (Anlage). Auf deren Basis wurden durch eingehende Analysen die unfallbegünstigenden Mängel im Straßenraum herausgearbeitet und geeignete Maßnahmen benannt, die zu deren Beseitigung beitragen sollen.

Für die Festlegung sicherheitsverbessernder Maßnahmen an Unfallhäufungen wurden die insgesamt 100 UHS und UHL auf Grundlage der festgestellten Unfalltypen analysiert und ausgewertet.

Ziel war es dabei anhand der Unfallbeschreibungen ein differenzierteres Bild von den Verkehrsabläufen und den örtlichen Gegebenheiten zu bekommen, um daraus auf eine entsprechende Unfallstruktur ableiten zu können. Unterstützt wurde dies durch eine ortsbezogene Aufnahme der UHS und UHL.

Analyse, Auswertung und Vorortaufnahme erfolgte gemeinsam durch die LISt GmbH und der TU Dresden, unter Einbeziehung der örtlichen Unfallkommissionen und der Arbeitsgruppe “Landstraßensicherheit“ des Lenkungsausschusses „Verkehrssicherheit in Sachsen“.

Die Aufstellung der sicherheitsverbessernden Maßnahmen soll Anfang 2014 abgeschlossen und den örtlichen Unfallkommissionen zur Vorbereitung und Ausführung der baulichen bzw. verkehrstechnischen Umsetzungen übergeben werden. Die für die Untersuchung notwendigen finanziellen Mittel, die mit ca. 70.000 € veranschlagt sind, wurden durch das SMWA bereitgestellt.

Falschfahrer

Einer wissenschaftlichen Studie der Universität Wuppertal folgend, kann man in Deutschland pro Jahr von ca. 1.800 Falschfahrmeldungen ausgehen. Davon können ca. 240 als gesicherte Falschfahrten zugeordnet werden von denen ca. 75 – 80 Unfälle mit zum Teil schwersten Unfallfolgen einhergehen.

Tödliche Unfälle mit Falschfahrern kommen statistisch gesehen relativ selten vor. Im Freistaat Sachsen waren dies zum Beispiel in den letzten 8 Jahren 0,6% aller Unfälle mit Todesfolge, in Zahlen ausgedrückt insgesamt 12, bei 22 Unfallereignissen.

Das Autofahrer aus Versehen die falsche Auffahrt nehmen und so zum Geisterfahrer werden, ist nach wie vor eher die Ausnahme. In aller Regel sind diese Fahrer in so einem Fall orientierungslos, entweder weil sie gestresst sind oder unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten stehen. Auch schlechte Sicht, Ablenkung und auch Selbstmordabsichten können dahinter stecken.

Darüber hinaus können auch schlecht oder mangelhaft beschilderte und markierte Anschlussstellen mit dazu beitragen, dass Falschauffahrten stattfinden.

Für die Umsetzung konkreter verkehrstechnischer Maßnahmen läuft zurzeit ein Pilotprojekt „Optimierung der verkehrstechnischen Ausstattung an den Autobahnanschlussstellen zur Verhinderung von Falschfahrten“ im Freistaat Bayern.

Bis zur endgültigen Klärung der weiteren Verfahrensweise wurden als erster Schritt in allen Anschlussstellen der Bundesautobahnen im Freistaat Sachsen, zusätzliche Beschilderungs- und Markierungsmaßnahmen durchgeführt. Im Einzelnen erfolgten eine Erweiterung der bestehenden Markierung mittels richtungsbezogenen Spurpfeilen im unmittelbaren Rampenfuß der Anschlussstelle und in der Trennung der Auf- und Abfahrt, sowie die Nachrüstung der bestehenden Beschilderung in diesem Bereich mit Hintergrundtafeln. Die Maßnahmen wurden durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr im Frühjahr 2013 begonnen und im Februar 2014 abgeschlossen.

Falschfahrten werden niemals ganz zu verhindern sein. Insbesondere dann nicht, wenn Kraftfahrer vorsätzlich falsch handeln und z.B. absichtlich an Anschlussstellen falsch auffahren oder absichtlich auf Richtungsfahrbahnen Wenden, Wege abkürzen, verpasste Ausfahrten erreichen wollen oder in Suizidabsicht handeln.

Auch unbewusst durchgeführte Falschfahrten werden allein mit Hilfe entwurfs- und straßenausstattungsbezogener Maßnahmen, die in einem vernünftigen Kosten-Nutzen Verhältnis stehen, nicht gänzlich zu vermeiden seien. Dazu sind die Beweggründe bzw. Begleitumstände und Ursachen, mit denen Falschfahrten einhergehen, zu verschieden und vielschichtig.

Dennoch können die Gefahren, die etwa von unbewussten Falschfahrten ausgehen, mit Hilfe geeigneter Maßnahmen, die z.B. Kraftfahrern helfen, sich richtig und frühzeitig zu orientieren, reduziert werden. Infrastrukturelle Maßnahmen. z.B. im Bereich der wegweisenden Beschilderung, der Verkehrszeichen und der Markierung, wie im Freistaat Sachsen können dazu beitragen, Verkehrsteilnehmer im Hinblick auf eine korrekte Fahrt zu unterstützen.

Motorradsicherheit

Die ständige Erhöhung der Verkehrssicherheit im Straßenverkehr ist ein festes Anliegen der Landesregierung Sachsen, zugleich aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Trotz der positiven Gesamtentwicklung der Unfallzahlen in den letzten Jahren, ist die Zahl der Unfälle bei Motorradnutzern immer noch alarmierend. Der Anteil der getöteten Motorradfahrer an allen Getöteten bei Straßenverkehrsunfällen im Jahr 2013 betrug ca. 14%.

Das Bestandsbezogene Risiko auf einem Motorrad getötet zu werden, war im Jahr 2013 viermal so hoch wie auf Kleinkrafträdern und im Auto.

Dieser auffällig hohe Anteil bezogen auf die deutlich geringere Fahrleistung gegenüber anderen Verkehrsmitteln ist zum einen auf die systembedingten Nachteile von Motorrädern im Vergleich zum PKW zurückzuführen, zum anderen auf das spezifische Fahrverhalten und die damit verbundene individuelle Gefährdung im Straßenverkehr.

Zielsetzung ist es, die Verkehrssicherheitsarbeit für Motorradnutzer zu verbessern und zu erweitern. Maßnahmen dazu sind, neben der Erweiterung der passiven Sicherheit im Straßenraum (z.B. Schaffung hindernisfreier Räume, Nachrüstung von Unterfahrschutz an Schutzplanken und sogenannte Rüttelstreifen) und Entschärfung von Unfallhäufungsstellen, Schulungen, Verkehrsprogramme und zielgerichtete Aktionen und Projekte.

„Sicher in den Motorradfrühling“

Eines dieser Projekte ist die Aktion „Sicher in den Motorradfrühling“, dass mit 50.000 € durch das SMWA unterstützt, und durch die Landesverkehrswacht Sachsen organisiert und durchgeführt
wird. Hervorzuheben ist dabei, dass auf Grund der Anhebung der finanziellen Mittel für die Landesverkehrswacht in 2013 auch die Fortführung des Projektes „Sicher in den
Motorradfrühling“ gesichert werden konnte.

Bei den ca. 10 geplanten Veranstaltungen geht es in erster Linie darum, die in den Wintermonaten zum Teil verloren gegangene Fahrpraxis der Biker wieder aufzufrischen.
Das Projekt soll zur Stärkung der Fahrkompetenz und Schulung des Gefahrenbewusstseins der Motorradfahrer beitragen. Ziel ist es, durch ein ausgewogenes Sicherheitstraining die
Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Unfallzahlen mit Motorradbeteiligung in den nächsten Jahren zu senken.

2013 wurden die angebotenen Veranstaltungen „Sicher in Motorradfrühling“ von ca. 6000 Personen genutzt. 

„Unterfahrschutz (UFS)“

Der Unterfahrschutz für Motorradfahrer dient dazu, die Unfallschwere bei Motorradnutzern zu minimieren. Dafür werden unter die bestehende Schutzeinrichtung zusätzliche Schutzplankenholme bzw. Schutzplankenpfostenummantelungen montiert. Diese sollen bei Sturz den Anprall an die Schutzplankenpfosten verhindern bzw. die Unfallschwere vermindern.

Der Freistaat hat in letzten Jahren dafür insgesamt rund 2.200 m Unterfahrschutz und 28.000 m Schutzplankenpfostenummantelungen auf den Landstraßen in Sachsen installiert. 2013 sind noch einmal ca. 10.000 m Unterfahrschutzholme in besonders engen bzw. gefährlichen Krümmen aufgebaut worden. Damit sind jetzt insgesamt rund 13.000 km Unterfahrschutz im Freistaat Sachsen montiert. Zielstellung ist es, diese Zahl in den Folgejahren kontinuierlich  zu erhöhen und somit die Verkehrssicherheit für Motorradfahrer weiter zu verbessern. 

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Sächsischer Verkehrssicherheitstag

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